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17. Januar 2017: Nachruf auf eine intakte LandschaftKreuz Stillfssel

von Stephan Schäfer, Kreisbeauftragter Vogelschutzwarte
17. Januar 2017; Quelle BZ

 

Die Entscheidung, einen Windpark von zunächst fünf Windrädern auf dem Stillfüssel bei Siedelsbrunn
zu genehmigen, war falsch. Sie war falsch nicht nur, weil sie übereilt erfolgte - wohl auf Druck der Betreiber, die noch vor Jahresende die vollen Subventionen abgreifen wollten. Sie war auch falsch, weil sie eine noch intakte naturnahe Odenwaldlandschaft zerstört.

Über Gutachten hinweggesetzt

Man setzte sich über mehrere Gutachten und Stellungnahmen kundiger und unabhängiger Naturschützer hinweg, die beim Regierungspräsidium (RP) den gesetzlichen Schutz der von der Planung bedrohten Arten einforderten - allen voran den Schutz des Schwarzstorchs, der 2016 erstmals im Eiterbachtal einen Ansiedlungs- und Brutversuch machte. Der Nachweis wurde erst von engagierten Ortsbürgern und Naturschützern erbracht.

Das offizielle Gutachten erwies sich als lückenhaft und unzureichend. Mit der Genehmigung wurde den Windenergieanlagen-Investoren eine für Natur und Erholung hochwertige Wald- und Tallandschaft zur Verwertung überlassen, um hier ausgedehnte Industrieanlagen zu errichten mit allen nötigen Zuwegen und Installationen.

Hochgradig gefährdete Arten

Besonnene Stimmen hatten gefordert, dass man wenigstens bis zur Brutzeit im April/Mai 2017 warten sollte, um gründlich die Lebensräume und Artvorkommen zu erfassen. Auch das wurde beiseitegeschoben. Als Trostpflaster für den Artenschutz versprach man einen Abschaltautomatismus beim Durchzug von Kranichen und Fledermäusen. Das aber trifft nicht den Kern der Sache: den Schutz und die Bewahrung von Lebensräumen und Brutrevieren der hier vorkommenden Arten, die von den Windrädern hochgradig gefährdet sind. Das sind neben dem Schwarzstorch zum Beispiel auch Rotmilan, Wespenbussard, Baumfalke und Waldschnepfe.

Fragwürdige Energieausbeute

Im Stillfüssel-Fall zumindest hätte der Schutz der naturnahen Wälder und Täler Vorrang haben müssen vor einer im Übrigen fragwürdigen Energieausbeute. Man hat den unersetzlichen Wert dieser Landschaft für unsere Zukunft ignoriert. Dass die Genehmigung dieser Windenergieanlage dort, wo sie absolut nicht hingehört, von Amtsträgern der Grünen im RP Darmstadt und im Wirtschaftsministerium in Wiesbaden erteilt worden ist, haben viele mit tiefer Enttäuschung zur Kenntnis nehmen müssen. Grün ist wohl nur noch eine Plakatfarbe.

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Wussten Sie, dass Windräder Grundstücke entwerten? 

JA, das wussten Sie bereits oder haben es zumindest vermutet. Sie hoffen sicherlich, dass Ihnen das als betroffener Bürger von Wald-Michelbach oder anderswo mit der eigenen Immobilie nicht passiert. Weit gefehlt. Schon heute weisen Immobilienmakler auf die Risiken hin und raten dringend an, auf mögliche Störfaktoren in der Umgebung zu achten. Dazu zählen auch, wen wundert es, Windräder. 

Kann ein Betrag zur Klimarettung etwa ein Störfaktor in unserer Gesellschaft sein? Wir Deutschen sind doch alle so positiv für die Klimarettung eingestellt. Jeder will sie. Dennoch ist es nun ein Makel, wenn eine Immobilie direkt an einem Wind-"park" liegt? Fakt ist, dass der Staat mit seiner fehlgeleiteten Energiepolitik viele seiner Bürger zwangsweise enteignet. Entschädigung gleich Fehlanzeige, da "Öffentliches Interesse" immer als Argument überwiegt. Deutschland ist eine Lachnummer. Leider. 

WEA werten Grundstck ab

 

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Prof. Dr. Michael. Elicker, Staatsrechtler | Beitrag zur entschädigungslosen Enteignung des Häuslebauers