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16. Dezember 2016:
Flächen für Windräder im Odenwald geplant

Der aktuelle Regionalplanentwurf für Südhessen verdeutlicht auf einen Blick, welche verheerende Schneise der Verwüstung durch die geplanten Vorranggebiete im südöstlichen Teil Hessens, von Groß-Umstadt bis nach Rothenberg, Wirklichkeit werden kann. Diesem Plan hat die Regionalversammung am 16. Dezember 2016 nun mit großer Mehrheit zugestimmt. Das war definitiv kein guter Tag für die Zukunft des Odenwalds.

Artikel Echo-Online

Regionalversammlung Engelhardt

Mittendrin statt nur dabei war unser stimmberechtigter Landrat Christian Engelhardt. Augenzeugen zufolge war er Einer der Ersten, der seine Hand zum "JA" erhob. Seine Zustimmung ist gelinde ausgedrückt ein Hohn und eine herbe, bittere Enttäuschung zugleich. In seiner Funktion als Landrat des Kreises Bergstraße und als Vorsitzender des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald e.V. hat er damit gleich zweimal in verantwortungsvoller Position den Überwald für die Windkraftlobby billig unter der Hand verkauft. Es droht nun die Umwandlung des Odenwalds in eine Industrielandschaft und die Verspargelung durch Windräder. 

Engelhardt wird auf sein Votum stolz sein und wie die meisten seiner Kollegen auf die Notwendigkeit hinweisen, dass der Ausbau von Windindustrieanlagen der Abwehr von Gefahren des Klimawandels diene. Schließlich brauchen wir die Energiewende in Deutschland, um den globalen Klimawandel aufzuhalten. Vor dieser weltweiten Herausforderung darf natürlich auch im Odenwald nicht Halt gemacht werden. Wie verblendet können (oder besser: dürfen) Politiker eigentlich sein? Dürfen Bürgerinnen und Bürger nicht erwarten, dass sich Politiker einen Faktencheck unterziehen, bevor sie Entscheidungen treffen?

Deutschland trägt aktuell zu den globalen CO2-Emissionen gerade einmal 2,3% bei. Völlig unabhängig davon, was Deutschland in den nächsten Jahren macht, wird dieser Anteil bis zum Jahr 2030 deutlich unter 2,0% fallen, weil allein die Zuwächse von China und Indien unsere Gesamtemissionen deutlich übertreffen werden. Windkraft in Deutschland wirkt allein im Stromsektor, der macht aber nur ein Fünftel des gesamten Energieverbrauchs aus. Der Anteil der Windkraft an der Primärenergie in Deutschland mit rund 26.000 Windrädern beträgt gerade einmal 2,4% (Stand 2015). 2,4% von 2,3% bedeutet gerade einmal 0,05 Prozent (!) der weltweiten Emissionen, die durch Windkraft in Deutschland unter theoretischen Idealbedingungen beeinflusst werden kann. Allerdings führt die Windkraft zu überhaupt keiner CO2-Einsparung, da der erzeugte Strom dieser Anlagen nicht grundlastfähig ist. Im Hintergrund werden deshalb besonders Kohlekraftwerke bereitgehalten, um bedarfsgerechten Strom sicherstellen zu können. Diese arbeiten unwirtschaftlich im Stop-and-Go-Betrieb, fördern den Braunkohleeinsatz und verhindern damit eine Senkung des CO2-Ausstoßes.

Für sage und schreibe 0,0 Prozent soll uns also jedes Opfer für die sogenannte "Energiewende" recht sein?

Es droht die Verspargelung unserer Landschaft. Wer kann diesen Irrweg noch stoppen? Der vorliegende Regionalplanentwurf verdeutlicht, dass diese sogenannte Energiewende der endgültige Ruin unserer Natur- und Kulturlandschaften im Odenwald sein wird. Mit der Unterstützung lokaler Politgrößen wie Engelhardt, Meister, Lambrecht & Co. können wir definitiv nicht rechnen. Aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger können sich nur selbst helfen, indem sie weiterhin Widerstand gegen die Windkraftlobby durch Öffentlichkeitsarbeit und damit Aufklärung leisten. Es darf einfach nicht sein, dass wenige Profiteure sich zu Lasten der Allgemeinheit und der Natur bereichern.

 

Details Regionalplanentwurf Südhessen (Karte)

Ausschnitt Entwurf Regionalplan